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Richard Staimer

Kommunist, Interbrigadist, Aktivist der 1. Stunde

 

Richard Staimer

Richard Staimer wurde am 25.01.1907 in München geboren. Er be-suchte die Volksschule und erlernte von 1922 bis 1925 den Beruf eines Fliesenlegers. Bereits durch seine Mitgliedschaft in einer Freien proletarischen Kindergruppe ab 1920 geprägt, trat er mit Lehrbeginn in den KJVD ein. 1924 wurde er Mitglied der KPD, ge-hörte dem militärpolitischen Apparat an (M-Apparat) und wurde Mitglied des Rotfrontkämpferbundes. Von 1927 bis 1929 war er auf Wanderschaft und arbeitete 1929/30 in Österreich und in der Schweiz, wo er 1930 wegen politischer Tätigkeit ausgewiesen wurde. Er fand Arbeit als Bauarbeiter in Nürnberg und war zeit-weilig Vorsitzender der Bezirksleitung Nürnberg des Bauarbeiter-verbandes. 1931 wurde er von der Kommunistischen Internationale an eine militärpolitische Schule nach Moskau delegiert. Nach seiner Rückkehr war er von November 1931 bis Oktober 1932 Leiter des inzwischen illegalen Rotfrontkämpferbundes in Nordbayern. Steckbrieflich gesucht, musste er 1933 nach der Machtergrei-fung Hitlers in die Sowjetunion emigrieren. In Moskau studierte er an der Kommunistischen Universität der Völker des Westens.

Im Oktober 1936 kam er nach Spanien, wurde im Dezember 1936 Kommandeur des Thälmann-Bataillons und war von April bis Dezember 1937 Kommandeur der XI. Internationalen Brigade. Im Februar 1938 kehrte er in die Sowjetunion zurück, es folgten illegale Einsätze in Frankreich und der Schweiz. Von dort wirkte er mit bei der Organisation des antifaschistischen Widerstandes im Süden Deutschlands. Im Dezember 1939 wurde er in der Schweiz verhaftet, aber auf Betreiben der Sowjet-union 1941 aus dem Gefängnis entlassen und kehrte auf abenteuerlichen Wegen über Italien nach Moskau zurück.
Zunächst war er im Volkskommissariat für öffentliche Industrie tätig, ab Mai 1943 leistete er als Politinstrukteur Aufklärungsarbeit unter deutschen Kriegsgefangenen.
Als Aktivist der 1. Stunde kehrte er im Juli 1945 in die Sowjetische Besatzungszone zurück und wurde Leiter der Polizei-Inspektion Berlin-Prenzlauer Berg. Seit April 1946 war er dann Polizeichef des Landes Brandenburg. 1950 besuchte er einen militärischen Weiterbildungslehrgang in der Sowjetunion und wurde danach Leiter der VP-Bereitschaft Leipzig. !952 wurde R. Staimer zum Stv. des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn berufen, verantwortlich für Organisation und Sicherheit, im Mai 1953 erfolgte die Berufung zum Stellvertreter des Ministers für Verkehrswesen der DDR.

Richard Staimer

Von Januar 1955 bis Februar 1963 war Richard Staimer Vorsit-zender des Zentralvorstandes der Gesellschaft für Sport und Tech-nik (GST). In diesen Jahren entwickelte sich die GST zu einer mo-dernen sozialistischen Wehrsportorganisation, die großen Anteil an der patriotischen Erziehung der Jugend der DDR und der Entwick-lung ihrer Wehrbereitschaft hatte. Am 25.02.1960 wird er zum Generalmajor ernannt. Von 1963 bis 1969 war er Leiter der Haupt-abteilung I (Militärische Ausbildung)  im Staatssekretariat für Hoch- Fachschulwesen (seit Juli 1967 Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR). Seit 1963 gehörte er auch dem Solidaritätskomitee der DDR für das spanische Volk an.
Richard Staimer verstarb am 24.10.1982 und wurde auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.

Richard Staimer

Die NVA ehrte sein Andenken mit der Vergabe des Ehrennamens „Richard Staimer“ an das Kampf-schwimmerkommando-18 der Volksmarine am 03.10.1988 anlässlich des 39. Jahrestages der Gründung der DDR.