Der Traditionsvereins „KSS – Brigade Sassnitz e. V.“ stellt sich vor

von Wolfgang Kolditz, Vorsitzender dieses Traditionsvereins und
Stellvertreter des Vorsitzenden der Regionalgruppe Berlin unseres Verbandes

 

Am 02. Oktober 1990 wurden mit dem Kommando „Hol nieder Flagge“ die Seestreitkräfte der DDR - die VOLKSMARINE - aufgelöst. Zu dieser Zeit hatte diese kleine, aber kampfstarke Marine 192 Schiffe, die von der Bundesmarine – heute Deutsche Marine – übernommen wurden.

Von 1956 bis 1978  gehörten dazu vier Fregatten der  RIGA – Klasse, die anfangs in Sassnitz, später in Warnemünde stationiert waren. Im allgemeinen Sprachgebrauch nannte man  diese Fregatten  Küstenschutzschiffe (KSS). Ein solches Schiff war 93,50 Meter lang, 9,45 Meter breit, hatte ein Tiefgang von 4,53 Metern und eine Höhe bis zum Top von 23,70 Metern. Die Bewaffnung bestand aus drei 100 Millimeter-Geschützen, zwei doppelläufigen 37 Millimeter- Flugzeugabwehrgeschützen sowie einem Satz Doppeltorpedorohren mit 533 Millimeter Durchmesser. Auf dem Bootsdeck waren vier reaktive Wasserbombenwerfer stationiert, auf dem Achterdeck mehrere Wasserbomben-mörser und -ablaufgerüste. Die Besatzungsstärke belief sich im täglichen Bordbetrieb auf 193 Mann.

Während der Dienstzeit der vier Schiffe mit den Namen „Ernst Thälmann“, „Karl Marx“, „Friedrich Engels“ und „Karl Liebknecht „ haben schätzungsweise 24.000 Matrosen, Maate, Meister, Fähnriche und Offiziere auf diesen Schiffen ihren Dienst versehen. Viele von ihnen haben im Laufe der Jahre hohe Dienstgrade und Funktionen  in der Marine erlangt, aber auch, nach Beendigung ihres Dienstes, im zivilen Sektor Karriere gemacht.

Im Jahre 2000 trafen sich ehemalige Signalgasten und Steuerleute (alles Mannschaftsdienstgrade !!!) und gründeten den „Traditionsverein „KSS–Brigade Sassnitz e. V.“ in Dresden, von wo bekanntlich schon immer die besten Seeleute kamen und noch heute kommen. Aus den einst sieben Mitgliedern ist der Verein auf derzeit 46 offizielle Mitlieder angewachsen und darf weitere 145 Sympathisanten und Freunde dazu rechnen.

Jedes Jahr findet zum Ende des Sommers ein großes Traditionstreffen statt und bisher  immer in einem Hafen der DDR-Küste, in den jemals ein solch großes Schiff eingelaufen ist. Das waren Sassnitz und Warnemünde als die ausgewiesen-en Heimathäfen, aber auch Rostock, Wismar und Peenemünde.

Im Traditionsverein werden vorwiegend maritime Bräuche gepflegt, es werden soziale Kontakte geknüpft. ehemalige Bord- bzw. Backskameradschaften erneuert oder neu gegründet und es wird bei diesen jährlichen  Treffen bei einer bewegenden maritimen Trauerfeier auf See all der ehemaligen Besatzungs-mitglieder sowie aller auf See geblieben Seeleuten aller Nationen gedacht. Krönender Abschluss eines jeden dieser  Treffen bildet der traditionelle Flottenball, bei dem die nun schon in die Jahre Gekommenen sich ihrer Matrosenzeit erinnern und kräftig das Tanzbein schwingen.

 

Das 13. Treffen des Traditionsvereins

Vom 06. bis 08. September dieses Jahres fand in Rostock und Warnemünde das 13. Treffen „KSS-Brigade Saßnitz e.V.“ statt. Rassmus hätte es nicht besser einrichten können – bei schönstem Spätsommerwetter trafen sich 146 ehemalige KSS-Fahrer mit Familienangehörigen in Rostock-Warnemünde, um sich an ihre einstige gemeinsame Fahrenszeit auf den Küstenschutzschiffen zu erinnern und maritime Bräuche zu pflegen. Dazu gehörte am Samstagvormittag eine maritime Trauerfeier auf See, bei der der verstorbenen Angehörigen der Brigade, aber auch anderer auf See gebliebenen Seeleute gedacht wurde. Ein Stabsobermeister schlug acht Minuten lang einen Trommelwirbel, bei dem zwei Obermaate 385 Rosenknospen – für jeden namentlich bekannten Toten – der See übergaben. Danach erklang das traditionelle Lied „Ich hat´einen Kameraden…“, bei dem so manche Träne floss.

Vorher hatten Stabsobermeister und beide Maate am Anleger des MS „Fürst Borwin“, direkt beim Leuchtturm Warnemünde, als Stellingsposten alle Teilnehmer mit „Seitepfeiffen“ begrüßt. Und am Abend standen alle drei als Fackelposten vor dem Eingang der Restaurants NORDLICHT, um die Gäste zum 13. Flottenball Willkommen zu heißen.

Und schon jetzt steht fest, das 14. Treffen wird vom 19.-21. September 2014 in Sassnitz stattfinden.

 

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