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- Nachruf für Oberst a.D. Joachim Sladko
22.12.2025
Wir trauern um einen
verdienstvollen Offizier,
Angehörigen der Grenztruppen
der DDR
Oberst a.D. Joachim Sladko
Geboren am 03. April 1944, lernte er seinen Vater nie kennen, er war im Krieg gefallen.
Er nahm zunächst den üblichen Weg eines wissbegierigen jungen Menschen, besuchte dann die EOS in Weimar und erwarb das Abitur. Nach einer zweijährigen Lehrzeit als Straßenbauer begann 1964 sein wichtigster Lebensabschnitt mit dem Besuch der Offiziersschule der GT „Rosa Luxemburg“ in Plauen, die er 1967 als Unterleutnant abschloß.
In der GK Untersuhl im GR-1 Mühlhausen, zunächst als Zugführer, begann seine Bewährung an der Staatsgrenze zur BRD. Als Stellv. des KC für politische Arbeit wurde sein weiterer Weg vorgezeichnet. In Vorbereitung eines Studiums an der MAK „Friedrich Engels“ konnte er seine Kenntnisse und Agitatorischen Fähigkeiten im GR-3 Dermbach als Instrukteur der Politabteilung bestätigen.
1975 schloss er das Studium als Dipl. Ges.-Wissenschaftler ab und begann seinen Dienst als Instrukteur Jugendarbeit in der politischen Verwaltung der GT in Pätz.
Joachim Sladko war als Offizier konsequent, gerecht und kritisch. Sein Auftreten, seine Hinweise fanden bei Unterstellten und auch Vorgesetzten Anerkennung.
Nach Ausübung verschiedener Aufgaben in der Politischen Verwaltung der GT erfolgte 1981 sein Einsatz im Grenzkommando Süd in Erfurt, als Stellv. des Kommandeurs und Leiter der Politabteilung.
Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von nachhaltigen Veränderungen in der großen Politik wie auch in der Struktur, Taktik und Ausrüstung der GT. Aufgaben, die auch ihn forderten.
1989 begann er eine Aspirantur am Militärgeschichtlichen Institut in Potsdam, nach Promotion war sein Einsatz an der OHS der GT in Suhl vorgesehen. Dazu kam es nicht mehr. Mit Wirkung vom 30.11.1990 wurde er in die Arbeitslosigkeit entlassen. Eine Umschulung und die Tätigkeit als Selbständiger bestimmte sein neues Leben. Den Kontakt zu seinen Kameraden hat er nie verloren. Wichtig war ihm auch die Familie, eine gute Ausbildung der Töchter Katja und Jana.
1996 wurde auch er Opfer der Bundesdeutschen Siegerjustiz. Das Landgericht Erfurt verurteilte ihn gesetzwidrig zu 5.000,- DM Geldstrafe und zwei Jahren Bewährung.
Auch das konnte seine Standhaftigkeit nicht brechen. Er half anderen Angeklagten und besuchte Verurteilte im Strafvollzug!
Wo immer möglich nahm er teil am Leben von Traditionsgruppen ehemaliger Grenzer, wie auch als Mitglied der GRH und unseres Verbandes.
Trotz schwerer Krankheiten in den letzten Jahren hat er nie aufgegeben und bis zum letzten Tag aktiv mitgewirkt. Am 18.12.2025 hat er seinen letzten Kampf verloren.
Wir möchten seiner Familie, den Kindern und Enkeln, die ihn ganz besonders vermissen werden, unser tiefempfundenes Beileid aussprechen und werden sein Andenken bewahren.
Die Mitglieder der RG Erfurt, der Kameradschaft Florian Geyer, der Freunde der Grenzkompanie Posseck.
H. Prauß
Oberst a.D.