16.12.2025

 

 

NACHRUF

des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee
und der Grenztruppen der DDR

 

Am 8. Dezember 2025 verstarb in Prag Oberst i.R. Milan Richter,
Vorsitzender des Klubs der tschechischen Grenzgebiete (KCP), im Alter von 90 Jahren.
Mit ihm verliert die tschechische Erinnerungskultur eine prägende Persönlichkeit,
die ihr Leben der Kameradschaft, der Traditionspflege und dem Antifaschismus gewidmet hat.

Wir trauern um

Oberst i.R. Milan Richter

Oberst i.R. Milan Richter
13.03.1935 - 08.12.2025


Milan Richter, geboren 1935 in Olomouc, gehört zu jener Generation, die ihr Leben in den Dienst der tschechoslowakischen Grenztruppen stellte. Nach einer Kindheit auf dem Land und einer Ausbildung zum Metallmodellbauer entschied er sich 1954 früh für die Armee. Nach dem Grundwehrdienst entschied er sich für eine Karriere als Berufssoldat bei den tschechoslowakischen Grenztruppen. Er diente über Jahrzehnte hinweg mit unerschütterlicher Überzeugung an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und stieg bis zum Rang eines Obersts auf.

Für Richter war der Grenzdienst mehr als ein Beruf: Er verstand ihn als Auftrag, das Land zu schützen. Als 1989 die politischen Wende die politische Ordnung veränderte, sah er darin keinen Neubeginn, sondern einen „kontrarevolutionären Umsturz“. Diese Haltung prägte ihn bis heute.

Nach der politischen Wende engagierte sich Richter im Aufbau des KCP, eines Vereins ehemaliger Grenzsoldaten. 1992 war er Mitbegründer des Klubs der tschechischen Grenzgebiete (KCP).

Er wurde Vorsitzender des Nationalrates des Klubs der tschechischen Grenzgebiete und damit die zentrale Figur, das Gesicht des Vereins. Unter seiner Führung betont der KCP eine klare antifaschistische Haltung. Richter sah den Klub als Hüter der Erinnerung an die Grenztruppen und deren Verdienste zur Bewahrung des Friedens im Kalten Krieg. Unter seiner Führung entwickelte sich der Klub zu einem Verein mit tausenden Mitgliedern, der nicht nur Tradition pflegt, sondern auch klare politische Botschaften sendet: Antifaschismus, Geschichtsbewahrung und Solidarität.

Mit Leidenschaft pflegte er die Kontakte zu ehemaligen DDR-Grenzern und sprach von der „Waffenbrüderschaft", die über Grenzen hinweg verbindet. Ob in Prag, im Vogtland oder in Bestensee – seine Auftritte waren geprägt von der Überzeugung, dass die Geschichte der Grenztruppen nicht vergessen werden darf.

Oberst Milan Richter war damit eine prägende Figur der Erinnerungskultur: Ein Mann, der die Vergangenheit nicht loslässt, sondern sie bewusst in die Gegenwart trug – als Soldat, Vorsitzender und Traditionsbewahrer.

Mit seinem Tod verliert der Klub der tschechischen Grenzgebiete einen unermüdlichen Gestalter, die tschechische Gesellschaft einen Traditionsbewahrer und viele Menschen einen treuen Kameraden. Sein Wirken wird weiterleben – in den Erinnerungen seiner Mitstreiter, in der Botschaft, dass Kameradschaft und Antifaschismus zeitlose Werte sind.

Auch der Verband zur Pflege der Traditionen der NVA und Grenztruppen der DDR trauert um einen engen Freund und Weggefährten. Richters Wirken hat die Zusammenarbeit zwischen beiden Verbänden geprägt. Seine Anwesenheit bei Jubiläen und Kongressen war stets ein Zeichen der gegenseitigen Achtung.

 

Der Verband zur Pflege der Traditionen der NVA und Grenztruppen der DDR verneigt sich vor dem Lebenswerk von Oberst Milan Richter.
Sein Name bleibt verbunden mit Treue, Kameradschaft und internationaler Solidarität.

Ruhe in Frieden, Oberst Milan Richter!

 

 

 

 

 

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