16.04.2026
Eine Nachbetrachtung zur Gedenkfeier anlässlich der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 12.04.1945
Am 12.04.2026 fand am Denkmal für die Opfer des faschistischen Terrors unterhalb des Glockenturmes unser Gedenken, wie seit Jahren üblich, statt. Wir konnten teilnehmen und danken den Organisatoren dafür.
Und doch war manches anders.
Fast zeitgleich trafen sich im ehemaligen Lager die Teilnehmer der offiziellen Ehrung. Viel Prominenz und alles gut bewacht und beobachtet - am Boden und aus der Luft!
Vertreter der Russischen Botschaft in Deutschland nutzten die Möglichkeit an die furchtbaren Verbrechen der Nazis zu erinnern. Zur Teilnahme an der offiziellen Veranstaltung waren sie nicht erwünscht.
Fast zeitgleich sprachen je ein Nachkomme, ein Sohn und ein Enkel eines ehemaligen jüdischen Inhaftierten des Lagers zu Ehren der über 60.000 Opfer. Der eine – Hape Kerkeling – sprach von der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner. Der andere, der fast seine ganze Familie in Buchenwald und in Auschwitz verlor, von der Selbstbefreiung, zwei Tage bevor die Amerikaner eintrafen. Organisiert und geführt unter ständiger Lebensgefahr durch das illegale Lagerkomitee -Kommunisten, Sozialisten und andere Häftlinge verschiedener Länder.
Nicht auszudenken was mit den bereits für weitere Todesmärsche vorgesehen Häftlingen geschehen wäre! Was müssen diese Kämpfer für einen Willen, eine Überzeugung, eine zutiefst humanistische Grundhaltung gehabt haben, um sich bis zuletzt für die Rettung anderer einzusetzen!
Es ist also keine Kleinigkeit, kein Irrtum, von der Befreiung durch die Amerikaner zu sprechen. Es ist Geschichtsklitterung, es hat System! Es ist Teil einer unbewältigten historischen Aufarbeitung der Deutschen Geschichte, wie wir sie heute auch an anderen Beispielen sehen!
Der mahnende Schwur von Buchenwald ist damit aktueller denn je!
„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
Das sind wir unseren ermordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig“
Für die RG Erfurt „Generaloberst a.D Klaus-Dieter Baumgarten“
H. Prauß, Oberst a.D.