02.09.2025

 

Mitglieder der Regionalgruppe Schwerin besuchen die Gedenkstätte für Theodor Körner in Wöbbelin

von Oberstleutnant a.D. Bodo Schwarzer

 

Theodor Körner war ein gefeierter Dichter und glühender Patriot seiner Zeit.

Als Mitglied des Lützower Freikorps starb er in den napoleonischen Befreiungskriegen bei einem Gefecht in der Nähe von Gadebusch.

Er wurde am 27.August 1813 in Wöbbelin beerdigt.

Seit vielen Jahren ehren die Mitglieder der Regionalgruppe „Hans Kahle “ Schwerin an den Jahrestagen seiner Geburt und seines Todes diesen Patrioten, oft mit Vertretern der Gedenkstätte oder anderer Vereine.

Selten ist eine Person der Geschichte von verschiedenen politischen Bewegungen so vereinnahmt worden wie Theodor Körner.

An diesem 212 Todestag waren keine anderen Abordnungen abwesend. Die Gedenkstätte wird umgebaut.

Aber die stets treuen Mitglieder des vereinigten „Freicorps von Lützow “ Gerhard Friedrich und Dirk Bressel waren wie immer in ihren Traditionsuniformen anwesend.

Das Mitglied unserer Regionalgruppe, Genosse Silvio Pfeffer wagte sich auf das Glatteis, eine kleine Ansprache zu halten.

Ich gestatte mir, (mit Erlaubnis) diese hier in Ausschnitten zu zitieren:

Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt – Salut für eine toten Dichter

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ ist der bekannteste Satz von Rosa Luxemburg.

Heute vor 212 Jahren starb der patriotische Dichter Theodor Körner im Alter von 21 Jahren in den Befreiungskriegen gegen Napoleon.

300.000 Soldaten stellt Preußen im Frühjahr des Jahres 1813 auf. Es sind nicht nur Rekruten oder Landwehrmänner, sondern auch tausende Freiwillige aus allen deutschen Landesteilen, meist organisiert in „Königlich Preußischen Freicorps“. Auch Freiherr Adolph von Lützow – ein preußischer Generalmajor aus Berlin, er hat nichts mit dem Ort Lützow bei Gadebusch zu tun – gründet im Februar 1813 ein Freiwilligencorps. Die ihm folgen, nennen sich Lützower Jäger – oder auch schwarze Jäger. Für Napoleon sind es die „schwarzen Banditen“. Der König kann sie weder ausstatten noch bewaffnen, sie leben von Spenden und Beutezügen. Die Uniformen färben sie sich aus alten Beständen schwarz, weil schwarz alles deckt. Unter ihnen Maler, Dichter, Studenten, Professoren.

Der patriotische Schwung riss auch den erst 21-jährigen Dresdner Theodor Körner mit. Er verließ seine - heute würde man sagen- Top-Stelle als königlich kaiserlicher Hoftheaterdichter in Wien, die er nach kometenhaftem Aufstieg als 20-jähriger Jung-Poet erlangt hatte. Im Salon seines Vaters, des Schiller-Förderers Christian Gottfried Körners, verkehren Maler wie Casper David Friedrich oder Gerhard von Kügelgen. Sie statteten mittellose junge Leute wie den Maler Georg Friedrich Kersting aus, damit sie als Lützower Jäger in jenen Krieg ziehen konnten, um dessen Früchte sie später betrogen wurden.

Ein geeintes deutsches Vaterland, von dem die Intellektuellen träumten, sollte es nach dem Sieg über Napoleon nicht geben. Die Neugeister wurden negiert.

„Lützows wilde Jagd“ ist das bekannteste Gedicht Theodor Körners. Vertont wurde es von Carl Maria von Weber, der durch die massenhafte Verbreitung des Liedes seinen eigenen musikalischen Ruhm begründete. Bis heute ist es ein Paradestück von Männergesangsvereinen; wohlgemerkt aber immer unter Betrachtung, dass dies vor über 200 Jahren zu einer anderen Zeit und unter anderen gesellschaftlichen Normen entstand.

Körners Gedichte hatten die Soldaten von 1870/71 im Tornister, mit Körners Worten zogen Deutsche in die beiden Weltkriege.

Nicht zum Erobern zogen wir
Vom väterlichen Herd,
die schändlichste Tyrannenmacht
bekämpfen wir in freud’ger Schlacht.
Das ist des Blutes wert.

Der junge Körner, der so heiße Gedichte auf den Krieg schrieb wie andere auf die Liebe, war nicht zum Erobern ausgezogen. Das ist der große Unterschied, und wer diese Schlüsselzeilen in Körners Werk vergisst, sieht nur noch die Wut und den Hass, den der junge Dichter auf die Franzosen hatte- und kann, ihn für seine Zwecke verwenden und verdrehen. Bis heute. Andere haben dann Not alles wieder zurechtzurücken, um leben zu können mit dem problematischen Helden.

„Das Zitat, das der Vater ausgesucht hat, lautet: Vaterland, dir wolln wir sterben, wie dein großes Wort gebeut, unsere Lieben mögens erben, was wir mit dem Blut befreit. Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen, wachse empor über unsere Leichen.

Ihm könnte man Goethes Worte in Faust Teil 2 hinzusetzen:

Das ist der Weisheit letzter Schluss:

„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.“

In dieser Tradition sehen wir uns auch heute als Mitglieder unseres Vereins.“
(Ende des Zitates)

Unsere kleine Abordnung aus 13 Mitgliedern, legte Blumengebinde der Regionalgruppe „Hans Kahle“ sowie der Truppenaufklärer der 8.MSD nieder.

Wie immer wurde die kleine Zusammenkunft auch genutzt, um Gedanken über die aktuelle militärpolitische Situation auszutauschen.

Major a.D. Reiner Paskowski hatte extra eine Stunde vorher ins „Cafe Denissen“ geladen.

Bei leckerem Kuchen von Feldwebel a.D. Roland Block und einem Tässchen Kaffee ließ es sich gut diskutieren, bevor wir zur Gedenkstätte aufbrachen.

OSL a.D. Bodo Schwarzer

 

 

 

 

Unsere Webseite verwendet für die optimale Funktion Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.