09.02.2026

31. Januar 2026 – Kienitz am „Panzerdenkmal“
Gedenken und Mahnung

 

Es ist das erste Datum im Maßnahme-Kalender unserer Aktivitäten zur Würdigung der Befreiung vom Faschismus und der Ehrung der dafür gefallenen Angehörigen der Roten Armee und der mit ihr verbündeten Streitkräfte osteuropäischer Völker.

Wie in jedem Jahr zuvor legten wir am „T 34“ als Symbol der Befreiung und des Sieges gemeinsam mit Mitgliedern der Regionalgruppe Strausberg und Kameraden des Fallschirmjägerverbandes Ost ein Blumengebinde nieder.


Zum ersten Mal nahmen dieses Jahr auch Freunde unserer Partnerorganisationen vom Verband der Erben der Polnischen Kombattanten des 2. Weltkrieges und der Schützenvereinigung „Strzelec“ der Republik Polen teil.
Es darf einfach nicht vergessen werden, dass die 1. Polnische Armee im Bestand der 1. Belorussischen Front handelte und an der Errichtung der Brückenköpfe auf dem Westufer der Oder beteiligt war. Schon deshalb hatten wir unsere polnischen Freunde mit nach Kienitz eingeladen.

Nun dieser T 34 in Kienitz ist mehr als ein Denkmal, eingeweiht am 24.10.1970 und errichtet auf Initiative des damaligen Kienitzer Bürgermeister Emil Krüger.
Es war tatsächlich einer jener T 34, unter dessen Schutz am zeitigen Morgen eben jenes 31. Januar 1945 eine Gruppe von Rotarmisten die zugefrorene Oder bei Kienitz überquerte und den ersten kleinen Brückenkopf auf dem Westufer bildete.
Die Einwohner von Kienitz waren davon sicherlich sowohl überrascht als auch erschrocken. Ich erinnere mich an die Worte eines schon sehr betagten Mannes der davon sprach, dass die Rotarmisten die Häuser durchsuchten und die Bewohner ostwärts über die Oder evakuierten. Ihm und seiner Mutter sei dadurch das Leben gerettet wurden, denn im Verlaufe des Vormittages griffen dann deutsche Sturzkampfbomber das Dorf an und legten es in Schutt und Asche.

Mit dem 31. Januar 1945 wurde mehr als deutlich, dass der von den deutschen Faschisten ausgelöste Weltkrieg an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt war.
Es vergingen aber noch mehr als 3 Monate bis dieser schreckliche Krieg zumindest in Europa durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands beendet wurde.

3 Monate, in denen weitere Zehntausende Menschen, Zivilisten und Soldaten, ihr Leben verloren, ohne dass das am Ausgang des Krieges etwas geändert hat.
3 Monate, in denen weitere Dörfer und Städte sinnlos zerstört wurden, Kunstschätze und andere materielle Werte unwiederbringlich verloren gingen.

Neben dem „Panzerdenkmal“ gibt es in Kienitz zwei weitere Gedenkstätten, das sogenannte „Kriegerdenkmal“ für die Gefallenen des 1. Weltkrieges und eine weitere mit der Aufschrift „Den Opfern 1939 – 1945“. Nun, mir ist das mit den „Opfern“ zu unkonkret.
In der DDR trugen derartige Gedenksteine doch in der Regel die Worte „DIE TOTEN MAHNEN UNS“.
Meine Schwiegermutter gehörte zur jener Generation, die immer und überall vor einem neuen Krieg „gemahnt“ hat. Sie ist als 15-jährige mit ihrer Familie in der Nacht des 13. Februars 1945 in der brennenden Dresdner Innenstadt um ihr Leben gerannt. Geboren 1954 in Dresden, habe ich noch zahlreiche Ruinen und die riesigen Brachflächen in der Innenstadt gesehen, die für mich Mahnung waren und mich zum Eintritt in die Nationale Volksarmee bewegt hatten, um einen 3. Weltkrieg zu verhindern.

Eine Verpflichtung, der wir Angehörigen der Nationalen Volksarmee bis zu unserem letzten „Diensttag“ treu waren.

Umso unverständlicher und unverantwortlich ist deshalb für mich, dass zahlreiche verantwortliche bundesdeutsche Politiker und Massenmedien nicht nur einen bevorstehenden Krieg in Europa, mit Russland, herbeireden, sondern diesen fast schon beschwören.
Das schwatzt ein ehemaliger Bundesaußenminister und Ex-Spitzenrepräsentant einer Ex-Friedens- und Anti-Atompartei davon, dass Europa einen eigenen Nuklearschirm braucht. Und ein Generalmajor erklärt, dass die Bundeswehr taktische Atomwaffen benötigt, um auf dem Gefechtsfeld größere Wirkung zu erzielen.
Nunja, er hat dies als „Privatmann“ in einem Interview erklärt. Das macht es aber nicht besser.
Als erstes stellt sich die Frage, ob ein Generalmajor der Bundeswehr, wenn es um nukleare Bewaffnung der Bundeswehr geht, eine „private“ Meinung haben darf`?
Und zweitens, darf jeder Generalmajor der Bundeswehr als „Privatperson“ Zeitungsinterviews geben. Weiß das sein Dienstherr, weiß das die Pressestelle des BMfV? Herr Pistorius sollte in seinem Revier mal „großes Stuben- und Revierreinigen“ ansetzen. (Dies wäre ja schon nötig gewesen, als 4 Luftwaffengeneräle via offene Kommunikationskanäle über die notwendige Zahl von Taurusraketen zur Zerstörung der Krimbrücke schwadronierten und sich dabei erwischen ließen.)
Zum dritten muss die Qualität der militärischen Ausbildung dieses Generalmajors hinterfragt werden.
Taktische Kernwaffen sind nicht einfach Gefechtsfeldwaffen mit größerer Zerstörungskraft.
Die beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki waren mit ihren Kernladungen im Prinzip auch „nur“ taktische Atomwaffen. Trotzdem haben sie Hunderttausende getötet, noch mehr Menschen langzeit gesundheitlich schwerst geschädigt und 2 Städte komplett ausradiert.
Nun gut, man könnte diesem „jungen“ Mann zugutehalten, dass er in der BRD aufgewachsen ist und wenig über den 2. Weltkrieg gelernt hat.
Aber von Tschernobyl wird er wohl gehört haben. Noch heute warnen bayrische Behörden davor, in den dortigen Wäldern Pilze zu sammeln und diese zu essen.
Dabei war Tschernobyl keine Kernwaffendetonation sondern „nur ein geplatzter“ Kernreaktor. Trotzdem ist noch heute, fast genau 40 Jahre nach dieser Nuklearkatastrophe, die Stadt beim Kernkraftwerk noch immer nukleares Sperrgebiet.
Feuerwehrmänner, die unmittelbar nach der Explosion ahnungslos bis zum Reaktor vordrangen, sind nach wenigen Stunden den Strahlentod gestorben.
Die „Liquidatoren“, die den ersten Betonsarkophag über den explodierten Reaktor errichteten, wurden „nur“ 20 Minuten im strahlenbelasteten Bereich eingesetzt und erlitten trotzdem unheilbaren Strahlenschäden.
Ein mit taktischen Kernwaffen geführten Krieg in Europa würde Mitteleuropa, und damit vor allem Deutschland zu einer atomaren Wüsten machen, die weder ost- noch westwärts durchquert werden könnte.

Ist dieser Generalmajor so skrupellos, dass er derartige Folgen einkalkuliert, die Menschen darüber aber nicht aufklären will oder hat er wirklich nur eine so miserable militärische Ausbildung erhalten?

 

Nun zurück zum Gedenkstein mit der Aufschrift: Die Toten mahnen uns.

Sorgen wir dafür, dass diese Mahnung nie verstummt.

Sorgen wir dafür, dass diese Mahnung immer laut und immer im Gedächtnis der Menschen bleibt. 

 

Siegfried Eichner
Regionalgruppe Berlin
„Marschall der Sowjetunion W.I. Tschuikow“

 

 

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