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Nachruf

des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee
und der Grenztruppen der DDR

 Generalmajor a.D. Sigmund Jähn

Wir trauern um Generalmajor a.D. Dr. Sigmund Jähn,
Held der DDR und Fliegerkosmonaut der DDR,
der am 21. September 2019 verstorben ist.

Sigmund Jähn wurde am 13.02.1937 im Morgenröthe-Rautenkranz, im Vogtland geboren. Geprägt durch die Erziehung im Elternhaus, während der Lehre als Buchdrucker und seine Tätigkeit als Pionierleiter, fasste er schon früh den Entschluss, durch den Eintritt in die bewaffneten Organen der DDR einen Beitrag zum Schutz des Friedens zu leisten.
Sein Wunsch war es, Militärflieger zu werden. Als Offiziersschüler absolvierte er von 1956 bis 1958 die Ausbildung zum Jagdflieger in Bautzen und Kamenz. Nach Ernennung zum Offizier wurde er nach Marxwalde in das Jagdfliegergeschwader 8 versetzt, in dem er in den folgenden Jahren als Flugzeugführer, Stellvertreter des Kommandeurs einer Staffel und Leiter Lufttaktik und Luftschießen des Geschwaders diente, bis er von 1965 bis 1970 zum Studium an eine Militärakademie in der Sowjetunion delegiert wurde.
Nach Abschluss der Militärakademie erfolgte sein Einsatz in der Inspektion für Jagdfliegerausbildung und Flugsicherheit im Kommando der Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung.
Wo auch immer Sigmund Jähn eingesetzt wurde, stets erfüllte er seine Aufgaben vorbildlich und mit großer Einsatzbereitschaft. Im Jahre 1976 gab die Sowjetunion der DDR die Möglichkeit, im Rahmen des Interkosmos-Programms zwei Kandidaten für die Ausbildung als Flieger-Kosmonaut zur Kosmonautenschule (Sternenstädtchen) zu entsenden. Beide wurden parallel auf den Flug vorbereitet. Einer von ihnen war Oberstleutnant Sigmund Jähn.
Zur Vorbereitung auf den Flug galt es 20 Monate lang, ein hartes Training gemeinsam mit den schon erfahrenen sowjetischen Kommandanten Walerie Bykowski zu absolvieren. Zwei Tage vor dem Start fiel endgültig die Entscheidung der Kommission wer fliegen durfte.
Am 26.08.1978 startete erstmals in der Geschichte ein Deutscher ins Weltall. Sigmund Jähn trug auf dem Raumanzug das Staatswappen der DDR. Als Forschungskosmonaut erhielt er Aufträge von diversen Industriebetrieben, Universitäten und Forschungsinstituten der DDR. auf den Gebieten Geophysik, Medizin, Biologie und Materialwissenschaft.. Einer seiner Aufträge war die Vermessung und Fernerkundung der Erde mit der im VEB Carl Zeiss Jena entwickelten Multispektral-Kamera (MKF-6M).
Diese wissenschaftlich wertvollen Aufnahmen wurden nach seiner Rückkehr aus dem Kosmos im Potsdamer Zentralinstitut für Physik der Erde ausgewertet. Fünf Jahre nach seinem Flug promovierte Sigmund jähn „Über Probleme der Fernerkundung der Erde“ zum Doktor rer.nat.

Bis 1990 leitete Sigmund Jähn als Chef die Kosmische Ausbildung im Kommando der LSK/LV und wurde in dieser Funktion am 01.03.1986 zum Generalmajor ernannt.
In vielen Vorträgen und Schriften vermittelte er seine Eindrücke vom Weltraumflug, über die Zusammenarbeit mit den sowjetischen Kosmonauten und über die Bedeutung der Raumfahrt für die Gewinnung neuer Erkenntnisse.

Für seine militärischen und wissenschaftlichen Leistungen als Fliegerkosmonaut wurde Genosse Jähn mit hohen staatlichen und militärischen Auszeichnungen geehrt, darunter als Held der DDR und Flieger-Kosmonaut der DDR.
Öffentliche Einrichtungen, Schulen und Straßen wurden nach ihm benannt.

Trotz aller Verdienste und Ehrungen blieb er stets bescheiden und zurückhaltend.

Nach 1990 entstand für Sigmund Jähn eine neue Situation. Er kehrte in das Sternenstädtchen zurück und ebnete als Berater Astronauten der BRD den Weg ins All.
Er sagte dazu: „Bei jeder Mission die ich hier betreue ist es, als ob ich selbst nochmal fliege.“ Für seine engagierte Tätigkeit und Unterstützung erhielt Sigmund Jähn von den betreuten Astronauten höchste Anerkennung.

In Würdigung seiner Leistungen als erster Deutscher im All, wurde Sigmund Jähn Ehrenbürger der Städte Berlin, Strausberg und Marxwalde. In seinem Heimatort Morgenröthe-Rautenkranz wurde bereits 1979 ein Raumfahrtmuseum eingerichtet.

Wir verneigen uns vor der Lebensleistung von Generalmajor Dr. Sigmund Jähn
und werden sein Andenken bewahren. 


Im Namen aller Mitglieder des Verbandes:

Vorstand und Ältestenrat

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