10.12.2025

Die Heimatschutzdivision der Bundeswehr

 

Der vorliegende Aufsatz von unserem Mitglied des Verbandes Dr. Lothar Schröter beleuchtet kritisch und detailliert die Wiederbelebung der Territorialverteidigung der Bundeswehr durch die Aufstellung der neuen Heimatschutzdivision zum 1. April 2025. Ausgehend von der offiziellen Forderung nach "Kriegstüchtigkeit" des Landes, analysiert der Autor die Rolle und die potenziellen, teils verschwiegenen, Aufgaben dieses neuen Truppenkörpers.

Schröter geht über die offizielle Darstellung des Heimatschutzes hinaus – also den Schutz kritischer Infrastruktur und die Unterstützung alliierter Truppen (Host Nation Support/HNS) – und legt den Fokus auf den Einsatz im Innern (Artikel 87a Absatz 4 GG). Er argumentiert, dass dieser Auftrag angesichts drohender sozialer Verwerfungen ("Kanonen statt Butter") und eines beschriebenen Vertrauensverlusts in staatliche Institutionen eine neue Brisanz gewinnen könnte.

Der Text bettet die Neukonzeption der Heimatschutzdivision in einen umfassenden militärhistorischen und strategischen Kontext ein. Er zeichnet die Entwicklung von der Auflösung des Territorialheeres nach dem Kalten Krieg bis hin zur aktuellen NATO-Strategie 2022 nach, die eine Abkehr von "Out-of-Area"-Einsätzen und eine Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung (gegen Russland und China) vorsieht. Die Heimatschutzdivision wird dabei als notwendiges Element zur Gewährleistung der Operationsfreiheit für die NATO-Streitkräfte in den rückwärtigen Räumen dargestellt.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor der "Gesamtverteidigung" und dem geheimen "Operationsplan Deutschland", der die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren (Zivil-Militärische Zusammenarbeit – ZMZ) regelt. Schröter impliziert, dass die enge Verzahnung von Bundeswehr, Polizei, THW und Hilfsdiensten auch darauf abzielt, die "Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen" gegen potenzielle innere Unruhen sicherzustellen.

Fazit: Schröter liefert eine tiefgreifende und alarmierende Analyse, die die Heimatschutzdivision nicht nur als logistische Notwendigkeit der Bündnisverteidigung sieht, sondern als eine militärische Struktur, deren implizite Aufgabe in der Kontrolle und Bekämpfung des "inneren Feindes" bei gesellschaftlichen Konflikten liegen könnte. Der Text ist eine wichtige Lektüre für alle, die sich nicht mit den rein oberflächlichen Verlautbarungen zum Thema Heimatschutz zufriedengeben wollen.

J. Pfretzschner,
Hauptmann a.D.


 

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