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Nawalny und der Westen

Generalmajor a.D. Heinz Bilan, Oktober 2020

Gegen Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts bestimmten in hohem Maße zwei Träumer das Weltgeschehen. Der eine träumte von einem freien „Haus Europa“, von allgemein menschlichen Werten. Er „vergaß“ fast alles, was er als Student gelernt hatte. Besonders aber, dass in den meisten Staaten Europas antagonistische Widersprüche zwischen ihnen und den Klassen der Gesellschaft herrschten. Auch „vergaß“ er, dass man Antikommunisten weder glauben noch vertrauen darf!

Der andere träumte wieder von einer unipolaren Welt, in der er endlich wieder allein das Sagen in der Welt hätte. Hinter sich wusste er die NATO und zig Millionen leichtgläubiger Menschen. Im Ergebnis siegte der Zweite. Der europäische Sozialismus verabschiedete sich in die Geschichte. Die Sowjetunion zerfiel und ein Säufer wurde russischer Präsident. Die Träumer in Washington und im Pentagon wähnten sich am Ziel.

Doch sie machten die Rechnung ohne den Wirt. W.W. Putin wurde Präsident der Russischen Föderation, sein Hauptverdienst – er gab dem gedemütigten russischen Volk sein Selbstwertgefühl wieder. Das waren politische, soziale, juristische Maßnahmen, aber auch: er hielt den Verfall der russischen Streitkräfte auf, übernahm das gesamte ehemalige sowjetische KW-Potential. Der neue russische kapitalistische Staat suchte seinen Platz in der Welt.

Natürlich blieben in vielen postsowjetischen Staaten verschiedene militärische Kontingente der Sowjetarmee. Wahrscheinlich, oder ganz bestimmt, auch Anteile an „Nowitschok“. In diesem Wissen kamen höchstwahrscheinlich die USA und die NATO in den Besitz dieses Giftes.

Die Träumer im Westen sahen die Felle wegschwimmen. Der Versuch, die russische Föderation zur Regionalmacht zu degradieren gelang, zumindest im militärischen Bereich, nicht. Putin modernisierte seine Armee und führte sie wieder in die erste Liga. Durch eine kluge Außenpolitik durchbrach er viele Wünsche der USA und der NATO.

Die Naivität der Politik Gorbatschows führte die NATO an die Westgrenze Russlands. Die geschichtsvergessene deutsche Politik brachte die Bundeswehrsoldaten wieder an Orte, an denen ihre Großväter bereits mit Panzern rollten und unermessliches Leid über die Bevölkerung brachten. Schon allein dafür müssten sich die verantwortlichen Politiker in Grund und Boden schämen. Aber das genügt nicht. Angesichts der Millionen Toten, die der Überfall der deutschen Faschisten auf Sowjetrussland zur Folge hatte, gilt es alles zu tun, um unser Volk wachzurütteln und diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Oder haben wir Stalingrad, den Kursker Bogen, die Schlacht um Berlin schon wieder vergessen?

Aber es blieb nicht bei diesen aggressiven Taten der USA und der NATO. Gleichzeitig wurde ein erbarmungsloser politischer, ökonomischer und ideologischer Kampf gegen das wiedererstarkte Russland und besonders seinen potenten Präsidenten entfacht. Er sollte unbedingt die westlichen „Werte“, die westliche Denkweise und ihre „Demokratie“ übernehmen. Ansonsten wurden „Strafen“ angedroht und verhängt – wie bei einem Schuljungen.

Und – erneut machen die BRD, die Merkel-Regierung mit – wenn auch in einigen Dingen mit Unbehagen. Putin wurden die unmöglichsten Dinge unterstellt, der Fall Nawalny ist nur einer in dieser Reihe. Käme die Öffentlichkeit in Europa, besonders in Deutschland, auf die Idee die täglichen Morde in den USA Herrn Trump in die Schuhe zu schieben?!

Wenn es gegen Putin, gegen Russland geht, da braucht man keine gründliche Untersuchung, keine Rechtsstaatlichkeit – da genügt die Behauptung. Keiner weiß, wie es zu der wahrscheinlichen Vergiftung Nawalnys kam, aber er ist der Mann des Westens! Da interessiert nicht, dass er ein Rassist ist, Hauptsache er ist gegen Putin. Ob Putin ein „lupenreiner Demokrat“ ist – wer vermag das zu beweisen. Bisher gab es einen solchen nirgendwo auf der Welt. Ganz sicher aber ist er ein russischer Patriot, ein kluger Politiker, der in seiner berührenden Rede vor dem Deutschen Bundestag uns seine Hand zu gut nachbarlichen Beziehungen entgegen hielt.

Ob Nawalny ein russisches Opfer, oder aber das einer Provokation ist, .muss noch bewiesen werden. Die politischen, ökonomischen und militärischen Interessen Deutschlands gebieten ein gutes Verhältnis zu Russland.

Ein guter Deutscher vergisst niemals den 22. Juni 1941 und den 8. Mai 1945! Deshalb auch heute „Hände weg von Russland“, Schluss mit Aufrüstung, Schluss mit Völkerhass! Wir wollen Frieden - mit dem russischen und allen Völkern der Welt!

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