Ferdinand von Schill

preußischer Offizier und Anführer einer Freischar
geboren 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden
gefallen 31. Mai 1809

Als Sohn eines Freikorpsführers diente er seit seinem 15. Lebensjahr im preußischen Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806, in der er verwundet wurde, schlug er sich bis zur Festung Kolberg (Kolobrzeg, Polen) durch.
Hier stellte er sein etwa 1000 Mann starkes Freikorps auf, das durch seine Streifzüge die von Gneisenau und Nettelbeck geleitete Verteidigung der Stadt gegen die napoleonischen Belagerer unterstützte. Für diese mutige Tat, die seinen Namen bekannt machte, wurde er zum Major und Kommandeur des 2. Brandenburgischen Husarenregimentes ernannt. Unter dem Eindruck des österreichisch-französischen Kriegs 1809 versuchte er durch selbständiges Losschlagen das Signal zur nationalen Erhebung gegen die napoleonische Fremdherrschaft zu geben. Trotz Mißbilligung durch den preußischen König begann er am 28. April seine Rebellion und drang mit seinem Regiment, den königlichen Befehl zur Rückkehr mißachtend, in sächsische und westfälische Gebiete vor.

Da er jedoch die Möglichkeiten und Bereitschaft der Bevölkerung zur nationalen Erhebung überschätzt hatte, mußte er sich nach Stralsund zurückziehen, wo er im Straßenkampf gegen eine holländisch-dänische Übermacht fiel. Seine Absicht, die napoleonische Fremdherrschaft militärisch zu beseitigen, um die alten feudalen Verhältnisse wiederherzustellen, war konservativ. Im Gegensatz zu den preußischen Reformern fand er nicht die Einsicht, den nationalen Unabhängigkeitskrieg mit dem gesellschaftlichen Fortschritt zu verbinden. Seine mutige Tat aktivierte jedoch die patriotische Bewegung.

Am 07.10.1984 wurde dem Kampfhubschraubergeschwader 3 (MB-III) der Ehrenname "Ferdinand von Schill" verliehen.

 

Quelle:
"Ihr Vermächtnis - Unsere Tat"
Material des Militärbezirkes Leipzig, 1988

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