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Thomas Müntzer

revolutionärer Führer und Ideologe der Volksmassen im deutschen Bauernkrieg
geboren vor 1490 in Stolberg/Harz
ermordet 27. Mai 1525

Er studierte 1512 in Frankfurt/Oder Theologie, trat 1519 als Anhänger Luthers in Jüterbog gegen Franziskanermönche auf, fand 1520 auf Empfehlung Luthers Anstellung an der Marienkirche in Zwickau, predigte an der Katharinenkirche zu den Tuchknappen und trat in Verbindung mit der radikalen Wieder-täuferbewegung.
Im April 1521 wegen aufrührerischen Predigten vom Zwickauer Rat vertrieben, ging er nach Prag, wurde von dort auch vertrieben und fand nach Zwischenaufenthalten in Nordhausen und Halle 1523 Anstellung als Prediger in Allstedt. Hier entwickelte er eine selbständige reformatorische Auffassung, die auf einen zukünftigen Gesellschaftszustand ohne Klassen und ohne unterdrückende Obrigkeit hinauslief („Gottesreich auf Erden").
Für ihn war das einfache Volk die Kraft zum Vollzug einer solchen Umgestaltung. In Allstedt und Mühlhausen (ab 1524) schuf er Bündnisse wider der reaktionären Gewalten, unterstützte Ende 1524 im Hegau und Klettgau den beginnenden Bauernaufstand und machte gemeinsam mit Heinrich Pfeiffer die Stadt Mühlhausen zum Zentrum der thüringischen Bauernerhebung 1525.

Der Plan, diesen Aufstand zu zentralisieren und alle weltliche und geistliche Obrigkeit zu entmachten, scheiterte nach anfänglich bedeutenden Erfolgen am Unvermögen des oppositionellen Bürgertums und der Bauern, die lokalen Schranken zu überwinden. Das Thüringer Bauernheer unter Müntzer unterlag am 15. Mai 1525 bei Frankenhausen der fürstlichen Übermacht. Müntzer wurde verwundet, gefangengenommen, in Heldrungen grausam gefoltert und nach 12 Tagen bei Mühlhausen hingerichtet.

Am 01.03.1971 wurde dem Mot.-Schützenregiment 22 (4. MSD) der Ehrenname "Thomas Müntzer" verliehen.

 

Quelle:
"Ihr Vermächtnis - Unsere Tat"
Material des Militärbezirkes Leipzig, 1988