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Ernst Schneller

kommunistischer Parteifunktionär und antifaschistischer Widerstandskämpfer
geboren 8. November 1890 in Leipzig
ermordet 11. Oktober 1944

Der Sohn eines Eisenbahners besuchte das Lehrerseminar in Grimma und wirkte danach als Lehrer in Kirchberg und Leipzig.
Während des ersten Weltkrieges an der Ostfront als Offizier eingesetzt, wurde er mit den Ideen der Oktoberrevolution bekannt. 1918 war er in der Ukraine Mitglied eines Soldatenrates. 1919 trat Schneller der SPD bei, 1920 beteiligte er sich an Aktionen zur Niederschlagung des Kapp-Putsches und wurde Mitglied der KPD. Er erwarb sich 1923 große Verdienste beim Aufbau der proletarischen Hundertschaften in Sachsen. Im selben Jahr ernannte ihn das ZK zum Vorsitzenden des Ständigen Militärischen Rates bei der Zentrale der KPD.
Die Partei berief ihn in hohe Funktionen, so war er 1924/28 Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK, 1924/27 Leiter der militärpolitischen Abteilung des ZK, 1924/29 Mitglied der Bundesleitung des RFB. Der VI. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale (1928) wählte ihn zum Kandidaten des Exekutivkomitees. Ab 1932 leitete er die Agit-Prop. Abteilung des ZK der KPD. Ende Mai 1932 beauftragte ihn das ZK mit der Leitung der Kommission zur Bildung der Antifaschistischen Aktion, einer überparteilichen antifaschistischen Massenbewegung, die Anteil daran hatte, daß 1932 der Faschisierungsprozeß zeitweise gehemmt werden konnte.
Nach der Reichstagsbrandprovokation wurde Schneller in Berlin verhaftet und am 9. November 1933 zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haft im Zuchthaus Waldheim folgte 1939 die Einlieferung in das KZ Sachsenhausen. Zusammen mit dem inhaftierten sowjetischen Generalmajor Sotow leitete er die Vorbereitungen zum bewaffneten Aufstand. Im August 1944 wurde Schneller im Zellenbau isoliert und am 11. Oktober 1944 ermordet.

Am 07.10.1987 wurde der Geschosswerferabteilung 7 (7. PD) der Ehrenname "Ernst Schneller" verliehen.
Weiterhin trugen Torpedoschnellboote der 6. Flotille der Volksmarine des Projektes 183 und 206 diesen Namen

 

Quelle:
"Ihr Vermächtnis - Unsere Tat"
Material des Militärbezirkes Leipzig, 1988

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