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Johannes R. Becher

Dichter und Politiker, Repräsentant der sozialistischen deutschen Nationallliteratur
geboren 22. Mai 1891 in München
gestorben 11. Oktober 1958

Der Sohn eines bürgerlichen Juristen unternahm in den Jahren seines Studiums (Philologie, Philosophie, Medizin) in München, Jena und Berlin dichterische Versuche. Während des ersten Weltkrieges wandte er sich gegen Militarismus und Krieg.

Er begrüßte die Oktoberrevolution, wurde 1917 Mitglied der USPD, 1918 des Spartakusbundes und 1919 der KPD, die er später im Reichstag als ihr Abgeordneter vertrat. Becher war führend an der Gründung des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller Deutschlands beteiligt, und er stand ihm als Präsident vor.
1933 emigrierte Becher, dessen Bücher von den Faschisten öffentlich verbrannt worden waren, in die Sowjetunion. Er leitete dort als Chefredakteur die Zeitschrift „Internationale Literatur/Deutsche Blätter", wurde Mitglied des ZK der KPD und Gründungsmitglied des NKFD.
Im Juni 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und beteiligte sich maßgeblich an der Entwicklung einer demokratischen und sozialistischen Kultur. Er gehörte zu den Gründern des Kulturbundes und war bis 1958 dessen Präsident. Er zählte zu den Mitbegründern des Aufbau-Verlags, der Zeitschrift „Sinn und Form" und des „Sonntag". 1950 wurde er in das ZK der SED gewählt, wirkte 1953/56 als Präsident der Akademie der Künste, ab 1954 als Minister für Kultur.


   Gedenkstein 2015, Foto: S. Jecke

Die Fähigkeit, die Theorie mit der künstlerischen Praxis, das klassische Erbe schöpferisch mit dem sozialistischen Humanismus zu verbinden, das gesellschaftlich Neue klar zu erkennen und gültig zu gestalten, machte Becher zu einem der großen Dichter des sozialistischen Realismus. Im Nachruf, den ihm die Regierung der DDR widmete, wird hervorgehoben, daß sein ganzes Schaffen unserem Volk das Beispiel eines großen sozialistischen Dichters, Kämpfers und Staatsmannes gibt.

Der Beweglichen Raketentechnischen Basis 3 (Militärbezirk III) wurde am 01.03.1986 der Ehrenname "Johannes R. Becher" verliehen.

 

Quelle:
"Ihr Vermächtnis - Unsere Tat"
Material des Militärbezirkes Leipzig, 1988

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