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Das Pentagon erwartet ein „Goldenes Jahrhundert“

Nach einem Artikel der Militärzeitschrift „Krasnaja Swesda“ vom 12.02 2017
bearbeitet von Generalmajor a.D  Sebald Daum

Pentagon

Seit der neue amerikanische Präsident Donald Trump im Amt ist, überschla-gen sich die Politiker, einschließlich deren Presseorgane im Westen mit allerlei Spekulationen und auch Beschimpfungen über das Tun des Präsi-denten. Weniger wird aber über seine Absichten und sein konkretes Tun zur Militärpolitik und seiner Armee berichtet. Hier ist es auch sicherlich noch zu früh, genaueres zu sagen. Trotzdem sind bereits einige Fragen zur US-Ar-mee und des Militärhaushaltes zu erkennen, woraus man gewisse Schussfolgerungen ziehen kann.

Am 06. Februar 2017 besuchte Präsident Trump die „Air Force Base Mac Dill“ in Tampa, Florida, und die  dortigen Stäbe des Zentralkommandos, des Kommandos der Spezialoperationen und des „Aircraft“ Operationszentrum der US Armee.
Er ließ sich dort von den Chefs der Vereinigten Stäbe und von Kommandeuren über den Zustand der Armee berichten. Was sie ihm da konkret berichteten, darüber gibt es keine genaueren Angaben. Auf alle Fälle scheinen es nur schlechte Nachrichten über den Zustand der Armee gewesen sein, wie es die nächsten Tage zeigten.
Bekannt ist, dass nur einen Tag später die wichtigsten 4-Sterne Generäle, Admirale und weitere hohe Militärs vor dem Verteidigungsausschuss des Kongresses über die Zustände ihrer Teilstreitkräfte berichteten und sie diese in den düstersten Farben schilderten.

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So legte der Stabschef für Marine Operationen Admiral Moran dar, dass die „Navy“ (Flotte) der USA zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 275 Schiffe mit 322.000 Mann im Dienst hat, gegen über 316 im Jahre 2001 mit  400.000 Mann. Dazu käme, dass trotz weniger Schiffe und Seeleuten die Aufgaben größer geworden sind, was zu Überlastungen nicht nur des Personals, sondern auch des Materials führte. Besonders sei zu bemängeln, dass die Seefliegerkräfte der Flotte nur zu 50 %  flugfähig sind.

 

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Ähnliches berichtete der Stellvertretende Generalstabschef der „Air Force“ (LSK), der 4-Sterne General Wilson. In den LSK fehlen nach seinem Bericht 1.555 Flugzeugführer, davon allein 723 Jagdflieger. Der Flugzeugpark ist veraltet, im Durchschnitt 27 Jahre alt, wobei er meinte, die Hälfte wäre reif fürs Antiquariat. Nach seiner Einschätzung haben die LSK zur Zeit den niedrigsten Stand ihrer Einsatzbereitschaft seit ihrem Bestehen. Für die Wiederherstellung des benötigten Kampfniveaus werden nach seine Meinung mindestens 6 – 8 Jahre gebraucht, wenn sofort die notwendigen Maßnahmen eingeleitet würden.

 

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In die gleiche Kerbe schlug der Stellvertretende Vorsitzende des Generalstabes der „U.S.Army“ (LaSK), General Allyn. Er führte aus, dass von den 50 Brigaden der Kampftruppen des Heeres eigentlich nur drei Brigaden voll einsatzbereit und zu Kampfhandlungen fähig sind. Um die anderen Brigaden auf den Kriegsschauplätzen ein setzen zu können, müssten sie zuerst noch mit der benötigten Kampftechnik, Bewaffnung und Ausrüstung, selbst der Mannschaftsausrüstung, versorgt und der Personalbestand dazu auch noch entsprechend ausgebildet werden. Es geht hier nicht um Lehreinheiten oder kadrierte Truppenteile, sondern um das Berufsheer.

Die anderen anwesenden Generäle und Kommandeure bestätigten dann auch diese Angaben.

Aus dem Dargelegten wurden dann die Schlussfolgerungen gezogen, dass diese ungenügenden Verhältnisse nur durch zusätzliche Gelder im Militärhaushalt verändert werden können. Und es wurden auch gleich, noch für das Jahr 2017, die entsprechenden Forderungen aufgemacht.
Zusätzlich zu dem von Obama bestätigten Militärhaushalt 2017 von 619 Milliarden US Dollar ($),  soll dieser um  über 30 Milliarden US Dollar ($) erhöht werden. Davon sollen für das Marinekorps – 4,2, für das Heer – 8,2,  für die Marine – 12,0 und die Luftstreitkräfte - 6,2 Milliarden $ entfallen. Dazu muss man aber noch einen „Geheimfond“ von ca. 68 Milliarden $ zum Militärhaushalt dazu rechnen, der für den Militär-ökonomischen Komplex geplant sein soll.

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Der neu ernannte Verteidigungsminister der USA, der ehemalige 4-Sterne General James Mattis ist von solchen Forderungen sicher sehr angetan und stellte auch noch eine weitere Forderung zur Erhöhung des Militärhaushaltes auf, um den  Terrorismus und den „Islamischen Staat“ in der Welt effektiver zu bekämpfen.

Diese Vorstellungen zur Erhöhung des Militärhaushaltes noch für das Jahr 2017 werden auch von dem Vorsitzenden des Militärausschusses des Kongresses Tomberry, mit unterstützt.
Da diese Militärs alle zu den engsten Beratern des Präsidenten gehören, ist  anzunehmen, das der Präsident hinter diesen Erhöhungen des Militärhaushaltes noch für das Jahr  2017 steht.  Das belegen  u.a. auch seine Weisungen an den neuen Verteidigungsminister Mattis, innerhalb von 30 Tagen nach seiner Ernennung eine Analyse des Zustandes der Armee zu erarbeiten und nach weiteren 60 Tagen einen konkreten Plan zur Verbesserung der allgemeinen Verteidigungsfähigkeit der US-Armee vorzulegen.

Die Art wie dieser Plan zur Erhöhung der Militärausgaben vorbereitet wird, ist ein altes Spiel. Es wird dem Volk ein Zustand der Armee suggeriert, der zwangsläufig zu Ängsten über die eigene Sicherheit führen muss, um dann um so leichter und schneller hoch zu rüsten. Die gleiche Methode in der BRD, wo ja der Zustand der Bundeswehr ebenso schlecht geredet wurde, um in deren Ergebnis die Militär-ausgaben dann leichter zu erhöhen.  Frau Ursula von der Leyen hat ja schon vor dem Finanzausschuss des Bundestages ihre Forderungen dazu aufgemacht.
Folglich hat auch Herr Stoltenberg, der Generalsekretär der NATO sofort reagiert und gefordert auch für die NATO durch die Staaten mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Erst in den letzten Tagen hat er dies noch einmal bekräftigt.

Die USA werden auch unter dem neuen Präsidenten ihre Politik der Neuordnung der Welt und ihre Weltmachtbestrebungen nicht aufgeben wollen. So wird die Spirale der Aufrüstung wieder weiter hoch getrieben und die Kriegspropaganda verstärkt.
In dem Aufruf „Soldaten für den Frieden“ unseres Verbandes wird diese Gefahr benannt und deren Folgen. Deshalb gilt, wie im Aufruf gesagt:

„Ein solches Szenario muss verhindert werden. Wir brauchen keine Kriegsrhetorik, sondern Friedenspolemik. …...Wir brauchen nicht mehr Mittel für militärische Zwecke, sondern mehr Mittel für humanitäre und soziale Erfordernisse.......
Wir brauchen ein friedliches Deutschland in einem friedlichen Europa“.